Geschichte vor Ort begreifen – Besuch der KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof
Am 2. September 2026 besuchten die beiden 10. Klassen der Realschule Plus Lingenfeld gemeinsam mit ihren Klassenlehrerinnen, Frau Krasznai und Frau Willem, die KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof im Elsass.
Der Besuch war für die Schülerinnen und Schüler eine wichtige und eindrückliche Erfahrung. Im Unterricht können die Verbrechen des Nationalsozialismus und das Leid der Menschen, die in den Konzentrationslagern verfolgt und ermordet wurden, nur in begrenztem Maße vermittelt werden. Der Besuch des historischen Ortes ermöglichte es den Jugendlichen, sich unmittelbar mit den Dimensionen dieser Verbrechen auseinanderzusetzen und die deutsche Geschichte vor Ort besser zu begreifen.
Während des Rundgangs zeigten die Schülerinnen und Schüler großes Interesse und stellten zahlreiche Fragen. Besonders eindrücklich waren für viele die Orte, an denen die menschenverachtenden Bedingungen des Lageralltags und die systematische Vernichtung von Menschen sichtbar wurden. Das Krematorium, die Gaskammer und die Gefängnisbaracke hinterließen einen besonders starken Eindruck. Auch die abgeschiedene Lage des ehemaligen Konzentrationslagers und die damit verbundene Fluchtsicherheit machten deutlich, wie schwierig eine Flucht für die Häftlinge gewesen sein muss.
Die Schülerinnen und Schüler setzten sich aufmerksam und ernsthaft mit dem Gesehenen auseinander. Der Besuch machte deutlich, dass Geschichte nicht nur aus Zahlen und Fakten besteht, sondern auch aus den Lebensgeschichten und dem Leid unzähliger Menschen.
Die Fahrt wurde von der Koordinierungsstelle für schulische Gedenkarbeit und Zeitzeugenbefragung in Speyer maßgeblich finanziell unterstützt. Dafür gilt unser herzlicher Dank.
Gedenkstättenbesuche wie dieser sind ein wichtiger Bestandteil schulischer Erinnerungsarbeit. Sie helfen dabei, die Vergangenheit nicht zu verdrängen oder zu vergessen, sondern Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Gerade angesichts der Verbrechen der nationalsozialistischen Zeit bleibt es eine wichtige Aufgabe, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und junge Menschen für die Bedeutung von Menschlichkeit, Demokratie und Toleranz zu sensibilisieren.




